27. Okt. 2020

Elf Jahre später sind begehrte Wasserpflanzenarten an den Behlendorfer See in Deutschland zurückgekehrt

Fast 11 Jahre nach der Behandlung profitiert der Behlendorfer See in der Nähe der Stadt Lübeck in Norddeutschland immer noch von den Vorteilen von Phoslock.

Der 63 ha große, 15 m tiefe See, der 2009 einmalig behandelt wurde, litt seit vielen Jahren unter Nährstoffanreicherung durch sein überwiegend landwirtschaftlich genutztes Einzugsgebiet. Infolgedessen erlebte der See regelmäßige Blaualgenblüten, was zu einer reduzierten Wasserpflanzengemeinschaft führte. Folglich entsprach der See nicht der europäischen Gesetzgebung für einen „guten ökologischen Zustand“, wie sie in der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) festgelegt ist.

Mehrere Maßnahmen zur Bewirtschaftung des Einzugsgebiets wurden eingeleitet, um die Wasserqualität zu verbessern. Die Auswirkungen der jahrelangen Zufuhr von Nährstoffen in den See hatten jedoch ihren Tribut gefordert, und der See konnte sich aufgrund der anhaltenden Freisetzung von Phosphor aus den Seesedimenten, einem Prozess, der als interne Belastung bezeichnet wird, nicht erholen. Eine Phoslock-Anwendung von 214 Tonnen wurde im Dezember 2009 auf einer Fläche von etwa 40 ha, die tiefer als 7 m war, aufgebracht.

„Sehr begehrte Wasserpflanzenarten sind in den See zurückgekehrt, was „ein sehr positives Zeichen […] dafür ist, dass sich der See ökologisch verbessert.“

Seit Antragstellung wird der See regelmäßig vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) überwacht. Die Ergebnisse der offiziellen Website des Sees zeigen, dass die gesamten Phosphor- und Phosphatkonzentrationen seit der Anwendung erheblich zurückgegangen sind und fast 11 Jahre später niedrig bleiben.

Die indirekten Wirkungen der Behandlung waren ebenfalls positiv. Beispielsweise hat die Wassertransparenz zugenommen und die Algengemeinschaft hat sich von blaugrünen Arten wegbewegt. So sehr, dass der WRRL-Status des Behlendorfer Sees für Phytoplankton im Jahr 2019 vom LLUR mit „gut“ bewertet wurde.

Laut einem aktuellen Bericht von lanaplan (2020), der die WRRL-Konformität des Behlendorfer Sees im Jahr 2019 im Vergleich zu den Vorjahren für Wasserpflanzen bewertete, „kamen insgesamt zwölf Arten vor, von denen drei als gefährdet eingestuft werden“. Dies ist eine Zunahme um 3 neue Arten seit der Antragstellung. Obwohl der See weiterhin von eutrophen Pflanzenarten dominiert wird, wurden seit der Behandlung Charophytenarten in den See zurückgeführt. Charophyten sind eine sehr begehrte Pflanzenart und ihre Rückkehr in den See ist ein positives Zeichen dafür, dass sich der See ökologisch verbessert.

Informationsquelle: Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (https://www.schleswig-holstein.de/)

lanaplan 2020. Überwachung der Qualitätskomponente Makrophyten für die WRRL und die FFH-Richtlinie in Schleswig-Holsteinischen Seen: Vegetation des Behelndorfer Sees, des Bültsees, des Garrensees, des Großen Plöner Sees, des Großen Pönitzer Sees, des Großen Segeberger Sees, des Ihlsees ( Krs. Segeberg), der Kollsee, der Langsee (Kosel), der Pinnsee, der Schlünsee, der Suhrer See und der Wittensee im Auftrag des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume. P278.